Kirchenmusik

Die Pflege der Musik hatte am Stift einen grossen Stellenwert. Im Jahr 1229 ist erstmals ein Scholasticus nachgewiesen. Zu dessen Aufgaben gehörte – neben der Leitung der Stiftsschule und der Tätigkeit als Schreiber in Stiftsangelegenheiten – in erster Linie die Verantwortung für den Chorgesang im Gottesdienst.

Unter den noch vorhandenen musikalischen Handschriften in der Stiftsbibliothek sind zwei gewichtige, grossformatige Werke für das Chorgebet: Ein Graduale in zwei Bänden, geschrieben von Claudio Rofferio aus Aosta, 1563-67, und ein Antiphonarium in zwei Bänden von Johann Caspar Winterlin aus Luzern, 1611-14. Sie wurden vom Stift in Auftrag gegeben in einer Zeit, als es schon längst gedruckte Bücher gab.

Einmalig sind wohl die barocken dreichörigen Messen, die von 1693 bis 1798 alljährlich am Patrozinium und am Kirchweihfest Ende September in der Stiftskirche aufgeführt wurden. Bei diesen eigens für das Stift komponierten Messen, deren Patrituren zum Teil noch erhalten sind, sangen und musizierten auf den drei räumlich getrennten Emporen drei Chöre, drei Orchester und drei Orgeln.

Vgl. dazu: Robert Ludwig Suter, Dreichörige Kirchenmusik am Chorherrenstift Beromünster. Heimatkunde des Michelsamtes, Beromünster 1986

Heute wird die Kirchenmusik vom Stiftschor mit seinem Leiter Urs Lütolf gepflegt.

Letzte Änderung
18.10.2011