News-Archiv

„Historisch-Politische Blätter für das katholische Deutschland“  vollständig in unserer Stiftsbibliothek

Alle 171 Jahrgänge dieser Zeitschrift, die von 1838 bis 1923 erschienen ist, sind (zum allergrössten Teil in gebundener Form) in unserer Stiftsbibliothek vorhanden. Sie können im Lesesaal eingesehen oder auch ausgeliehen werden.

„Die Artikel behandelten zahlreiche Gebiete, ihr Schwerpunkt waren aber kulturelle, historische und politische Aspekte. Auch sozialpolitische Fragen wurden thematisiert. Dabei spielten die Verhältnisse von Staat und Kirche eine besonders wichtige Rolle“  (Wikipedia). Diese Zeitschrift stellt also eine wichtige Quelle für die Katholizismusforschung im 19. und im beginnenden 20. Jahrhunderts dar. „Für die Zeitschrift schrieben neben den Herausgebern führende katholische Publizisten, Politiker und Wissenschaftler wie Joseph Görres, Ignaz von Döllinger, Georg von Hertling, Matthias Erzberger oder Romano Guardini.“ (Wikipedia)

Kontakte zur Bibliothek des Chorherrenstiftes Beromünster sind möglich über bibliothek@stiftberomuenster.ch oder den privaten Telefonanschluss des Stiftsbibliothekars Chorherr Jakob Bernet (041 930 32 77).

Das Heilig Grab

Vom Passionssonntag (10. April) bis Karsamstagmittag (23. April) ist in der Stiftskirche St. Michael das bekannte und einzigartige Heiliggrab errichtet. Dieses 7,5 auf 7,5 Meter grosse Schaubild zeigt das Leiden und den Tod Christi. Das Bild ist 1771 entstanden und sein Schöpfer hiess Ignaz Weiss. Nach einer intensiven Restaurierung ist es seit 2000 wieder jährlich zwischen Passionssonntag und Karsamstag zu sehen. Es gilt als eines der grössten und bedeutendsten Heilig Gräber der Schweiz.

Dazu wurde eine Faltkarte geschaffen. Darauf ist die Geschichte und Bedeutung und eine Abbildung dieses einmaligen Werkes enthalten. Diese Faltkarte kann in der Stiftskirche zum Preis von Fr. 4.00 erworben werden. Zu einer Besichtigung  und Meditation laden Propst und Chorherren ganz herzlich ein.

Eine ausführliche Beschreibung und weitere interessante Informationen finden Sie auf unserer Homepage unter Schätze/Stiftskirche/Heilig Grab.

Am Montag, 11. April um 18'30 Uhr findet die Abendfeier der Passion des Herrn vor dem Hl. Grabbild der Ritter und Damen des Heiligen Grabes zu Jerusalem statt. Auch nicht Ordensmitglieder sind herzlich eingeladen.

Kirchenkonzert

Kirchweihsonntag, 26. September 2010 17'00 Uhr.

Am Kirchweihsonntag wird in der Stiftskirche die "Vesperae In Dedicatione Sancti Michaelis Archangelis" aufgeführt. Es singen die Capella Antique, Luzern und unsere Choralschola unter der Leitung von lic.phil. Urs Lütolf; an der Orgel spielt Prof. Dr. Alois Koch, Luzern. Dieses Konzert ist öffentlich und jedermann ist ganz herlich eingeladen. Kollekte zugunsten der Orgelrenovation.

Patrozinium St. Michael

Mittwoch, 29. September 2010 09'30 Uhr.

Wir begrüssen ganz herzlich den Hochw. Abt Martin Werlen vom Benediktinerkloster Einsieden. Er wird am Stiftspatrozinium, dem Hochfest des Hl. Erzengels Michael, die Festpredigt halten und dem Gottesdienst vorstehen.

Bilder aus einem Beromünsterer Stiftshaus

JB. Am 7. August 1880 übergab der Chorherr Joseph Stutz (1830-1909) Zeichnungen, die früher auf den Tapeten eines Stiftshauses aufgeklebt waren dem Historischen Verein der Fünf Orte. Dieser reichte sie der Kantonsbibliothek Luzern weiter. Bei der Vorbereitung der Ausstellung "Pilatus - Rastlose Seele" ist Heinz Horat, Direktor des Historischen Museums Luzern, auf diese 28 Zeichnungen gestossen. Sie sind wahrscheinlich um 1470 am Oberrhein entstanden. Wie diese kolorierten Federzeichnungen nach Beromünster gelangten, kann heute nicht mehr gesagt werden. Nun sind sie erstmals als Ganzes gedruckt und kommentiert worden: Veronika, Pilatus und die Zerstörung Jerusalems. Eine Legende in gotischen Federzeichnungen. Dorothee Eggenberger und Heinz Horat. Verlag hier + jetzt, Baden 2010, 77 Seiten.

Die Bilder schildern eine Legende, die seit dem 12. Jahrhundert bekannt ist: Der an Aussatz erkrankte römische Kaiser Vespasian wird durch das Schweisstuch Christi geheilt. Zusammen mit seinem Sohn Titus zieht er anschliessend nach Jerusalem und zerstört die Stadt als Sühne für die Kreuzigung Jesu.

Musikalienverzeichnis aus dem Stift

JB. Vom 9. bis 12. Juni findet an der Universität Freiburg unter dem Titel "European Sacred Music, 1550-1800. New Approaches" ein internationaler Kongress statt. Vorgestellt wird dabei auch der "Bonus Ordo Musicus" des Beromünsterer Stiftskaplans Bernhard Späni (1650-1710). Unser Stiftsarchiv besitzt damit eine einzigartige Quelle zum Einsatz der Musik in der Liturgie aus dem Jahre 1696. Eine Publikation auf der website der Arbeitsstelle Schweiz des Répertoire International des Sources Musicales (RISM) ist in Vorbereitung.

Münsterer Chorherr war Unirektor in Basel

JB. Am 17. April 2010 sind in Liestal die Feierlichkeiten zum 550-Jahr Jubiläum der Universität Basel eröffnet worden. Diese wurde 1459 durch Papst Pius II. (Enea Silvio Piccolomini) gegründet und 1460 eröffnet.

Für uns ist es interessant zu wissen, das Heinrich Vogt von Luzern - 1479 Chorherr zu Luzern, 1484 zu Beromünster, 1486 Propst zu Luzern - 1490/91 Rector magnificus der Basler Universität war.

Er hatte in Basel und Orléans studiert und zählte zu den gelehrtesten Männern seiner Zeit. Heinrich Vogt starb am 22. Juli 1500.

Stift St. Michael Beromünster mit neuem Stiftungsratspräsidenten

Das Stiftskapitel hat Herr Josef Egli-Egli von Hochdorf zum neuen Präsidenten des Stiftungsrates des Stiftes St. Michael in Beromünster gewählt. Als Alt-Beromünsterer hat der ehemalige Regierungsrat des Kantons Luzern eine langjährige Beziehung zum Stift und er kennt die vielseitigen Belange dieser tausendjährigen katholischen Institution bestens. Ebenfalls neu in den Stiftungsrat wurde der ehemalige Synodalverwalter Herr Guido Saxer gewählt. Durch seine jahrelange Tätigkeit in der Kantonalen Landeskirche ist er ein profunder Kenner der Kirche und ihrer Anliegen. Somit ist der Stiftungsrat wieder vollzählig und mit ausgewiesenen und anerkannten Persönlichkeiten besetzt, die Gewähr dafür bieten, dass die kulturelle Erhaltung und Weiterentwicklung des Stiftes St. Michael in Beromünster wahrgenommen werden kann.

Beromünsterer Handschriften im Internet

Seit dem 21. Dezember können unter www.e-codices.unifr.ch zwei Handschriften aus der Bibliothek des Chorherrenstiftes eingesehen werden: ein Epistolar (Buch mit biblischen Texten) aus der ersten Hälfte des elften Jahrhunderts und ein Cantatorium (Vorsängerbuch) aus dem 13. Jahrhundert. Die Digitalisierung erfolgte im Atelier der Stiftsbibliothek St. Gallen. Die Begleittexte verfasste die Historikerin Dr. Marina Bernasconi Reusser, Zürich. E-codices ist in Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch zugänglich.

Edition einer Musikhandschrift aus Beromünster

In der Musikaliensammlung des Chorherrenstiftes St. Michael Beromünster befindet sich unter der Signatur Mus Ms 22 eine Vertonung des Psalmes 51 (50) "Miserere" ("Erbarme dich") von Andrea Bernasconi (1706-1784).

Soeben ist diese Handschrift als Band 3 der Reihe "Musik aus Schweizer Klöstern" in der Edition Kunzelmann, Adliswil ZH, erschienen. Als Herausgeber zeichnet Christoph Riedo, Forschungsassistent am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Freiburg/Schweiz. Die gedruckte Miserere-Vertonung ist bloss in zwei Abschriften erhalten: in Beromünster und im Archiv des Bistums Passau.

Bernasconi war von 1753 bis 1772 in München tätig. Die Handschrift von Beromünster ist durch Chorherr Johann Konrad Pfyffer von Altishofen an das Stift gelangt.

Die Musikaliensammlung des Chorherrenstiftes St. Michael Beromünster ist unter www.rism-ch.ch einsehbar.

Can. Jakob Bernet, Stiftsbibliothekar

Soirées Fleckenstein

Am 6./7. Juni und 13./14. Juni 2009 jeweils 19'00 und 17'00 Uhr finden im Stift St. Michael die Soirées Fleckenstein unter dem Motto: „Die Seidenstrasse führt nach Beromünster" statt. Die Abende beginnen in der Sakristei der Stiftskirche mit der Besichtigung und Kommentierung von Paramenten und asiatischen Seidenstoffen. Im Gartensaal der Kustorei führt der Kunstmaler René Böll in seine Kunst der Chinesischen Tuschezeichnung ein. Anschliessend ist im Fleckenstein Chorhof Wissenswertes zum bekannten Chinesenkabinett zu hören. Das Programm wird abgerundet durch klassische Musik von Ravel, Haydn und Rachmanioff, dargeboten von Sue Hess-Loh (Klavier), Kurt Hess (Violoncello) und Daniel Dodds (Violine).

Dauer der Anlässe ca. 2 Stunden. Eintritt Fr. 45.00/Jugendliche gratis Zusätzliche Oeffnungszeiten der Ausstellung von René Böll, Gartensaal Kustorei, Stift St. Michael am Dienstag, 9. Juni 17.30-20.00 und Donnerstag (Fronleichnam) 10.30-12.00 und 14.00-17.00 Uhr. Eine Spende von 10% des Verkaufserlöses seiner Bilder wird dem Stift zugute kommen. Anmeldungen werden sofort entgegengenommen. Reservationen werden aufgrund der Reihenfolge ihres Eingangs berücksichtigt. Tel. 041 930 19 08 Sue und Kurt Hess-Loh oder k.s.hess@bluewin.ch Das Stift St. Michael begrüsst dieses kulturelle Angebot von Herr und Frau Hess und heisst Interessierte ganz herzlich willkommen.

Benefizkonzert in der Stiftskirche

Am Sonntag, 3. Mai 2009 17'00 Uhr findet in der Stiftskirche ein Benefizkonzert der Hochschule für Musik Luzern für das Stift St. Michael statt. Zur Aufführung gelangen Werke von Wolfgang A. Mozart (1756-1791). Auf dem Programm stehen die Krönungsmesse C-Dur, Sinfonica concertante Es-Dur, Sub tuum praesidum und Regina coeli. Es singen Barbara Locher, Sopran, Brigitte Kuster, Alt, Sebastian Lipp, Tenor und Peter Brechbühler, Bass. Unter der Leitung von Prof. Alois Koch spielen das Mozart-Ensemble Luzern und das Orchester des Collegium Musicum Luzern.

Der Eintritt kostet Fr. 40.00, Platzreservation Tel. 041 226 02 46 (vormittags). Tageskasse ab 16'15 Uhr. www.hslu.ch/musik

Propst und Chorherren laden herzlich ein zu diesem hochstehenden klassischen Konzert mit bester Besetzung.

Zum Gedenken an Propst Josef Schärli

Am Freitag, den 22. August 2008 nahmen wir Abschied von unserem ehemaligen Propst Josef Schärli. Bischof Dr. Kurt Koch feierte mit uns den Gottesdienst. Der Verstorbene wünschte einen Dankesgottesdienst in der liturgischen Farbe Weiss. Unter den über 50 Konzelebranten befand sich nebst den Chorherren auch sein Bruder Hans, ein Madagaskarmissionar von der Missionsgesellschaft der Heiligen Familie in Werthenstein. Sehr viele Trauergäste von nah und fern waren zugegen. Auch die Damen und Ritter vom Heiligen Grab zu Jerusalem waren in corpore anwesend.

Josef Schärli erblickte am 24.Januar 1920 in Luthern als zweitjüngster Sohn des Alois und der Elisabeth Schärli-Portmann das Licht der Welt. Er verbrachte im Kreise von drei Schwester und drei Brüdern eine unbeschwerte Kinderzeit. Die Eltern bewirtschafteten einen kleinen Bauernhof und siedelten dann 1923 nach Schötz über. Dort besuchte er die ersten zwei Primarklassen. 1929 zog die Familie nach Rain, wo er die restlichen Primarklassen und 1.5 Jahre Sekundarschule besuchte. Er schätzte seine Lehrer und besonders den Pfarrer Heinrich Koller, der ihm ein grosses Vorbild war. Die Mitarbeit auf dem Hof und der Ministrantendienst sagten ihm sehr zu. In den Mai- und Oktoberandachten konnte sich sein Herz erwärmen und das Geheimnis seines Glaubens erfuhr eine grosse Erfüllung in der Karwochenliturgie.Seine Sehnsucht nach dem Priesterberuf führte ihn ins Studienheim St. Klemens nach Ebikon. Aus dem vierjährigen Internat blieb ihm das Andenken an Prof. Dr. Josef Fischer teuer und durch P. Heinrich Puthen, den Spiritual, fand er Zugang zur Schönstattbewegung. Diese marianische Bewegung war bestimmend für sein Leben. Er schrieb: «Durch Maria bin ich geworden, was ich heute bin. Alle Erfolge in meiner Pastoration sind ihre Erfolge. Ihr verdanke ich alles...» 1939 kam er ans Lyzeum der Kantonsschule Luzern, um im drauffolgenden Jahr mit der Matura abzuschliessen. Doch es kam anders. 1940 wurde er in die RS eingezogen und machte nachher Aktivdienst als Korporal. 1943 bestand er die eidgenössische Matura und trat ins Priesterseminar in Luzern ein. Er fand immer wieder Professoren wie Herzog, von Ernst und Villiger, die ihn sehr beeindruckten, sowie die Vorgesetzten Keller, Rast und Röösli. Es folgte ein Jahr intensiver Vorbereitung. Dann kam der grosse Tag. Am Dienstag, 29. Juni 1948, am Hochfest St. Peter und Paul, weihte Bischof Franciscus von Streng Josef Schärli und seine Weihekurskameraden zu Priestern. Fünf Tage darauf feierte der Neupriester Josef Schärli seine Primiz in der Pfarrkirche von Rain.Am 15. August 1948, dem Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel, begann er seine Seelsorgetätigkeit bei Pfarrer Josef Alois Beck in der Pfarrei St. Leodegar in Luzern. Die ersten Vikariatsjahre nannte man «die erste Liebe» und er trennte sich nur ungern von dieser Pfarrei. Jungwacht und Jungmannschaft waren ihm besonders ans Herz gewachsen.Bischof Franciscus vertraute dem 37 jährigen Priester die grosse Pfarrei Gerliswil an. Am Pfingstfest 1957 hielt er einen feierlichen Aufritt. Vom Bahnhof Emmenbrücke wurde er vom Kirchenrat, von allen kirchlichen Vereinen mit Fahnen und viel Volk mit Pferden und Kutsche durch das ganze Dorf bis zur Kirche Gerliswil begleitet, wo Dekan Lang ihn als Pfarrer einsetzte. Ich schritt als Jungmannschäftler freudig mit.

Jährlich einmal zog die Pfarrei an Maria Lichtmess mit brennenden Kerzen von der kleinen, barockenen Schooswaldkapelle zur Pfarrkirche. Er wollte dieser Kapelle zu grösserer Bedeutung verhelfen und liess eine neue, moderne Kapelle in Frondienst errichten. Alt und Jung packte an. Wir packten damals als «Jungmannschäftler» eifrig zu. Am 8. Dezember 1959 wurde sie eingeweiht. Pfr. Schärli verhalf der Pfarrei Gerliswil zu einer neuen Dynamik und gab ihr ein neues aufgeschlossenes Gepräge.Er beriet und unterstützte mich beim Wechsel vom handwerklichen - zum Priesterberuf. Auch ein anderer Gerlisiwiler zog etwas später nach. Animiert durch das Beispiel seines Pfarrers, studierte er Theologie und promovierte und wurde Theologieprofessor und Rektor der Theologischen Fakultät Luzern und ist seit 1996 unser Diözesanbischof Dr. Kurt Koch.Dann berief der damalige Diözesanbischof, Dr. Otto Wüst, Pfarrer Schärli nach Sursee. Diese Pfarrei führte und begleitete er bis 1987. Dann vereinbarte er mit mir, nach Zug Guthirt zu kommen, wo er mir als Pfarrhelfer beistehen wollte. Dabei hätte er eine gute Basis gehabt, die Schönstattbewegung, die in einer Gruppe präsent war, zu erweitern. Damals war Pfr. Schärli noch Vorsitzender des Landespräsidiums der Schönstattbewegung der Schweiz. Aber: «Der Mensch denkt und Gott lenkt.» Das Chorherrenkapitel St. Michael, Beromünster wünschte ihn als Propst. Der Bischof empfahl Josef Schärli der Luzerner Regierung, die ihn offiziell auf den 1. Februar 1988 wählte. Am Josefstag, dem 19.März, wurde er vom Bischof installiert. Aber er musste in Sursee warten, bis das Haus Ratberg restauriert war und er einziehen konnte. Ihn erwartete eine immense Arbeit.Nach der Stiftskirche, die 1981 wiedereingesegnet wurde, und dem Haus Ratberg blieben ihm alle andern Häuser wieder instand zu stellen, um sie vor dem Zerfall zu retten. Er musste sich mit Leuten aus der Umgebung wie auch aus der Öffentlichkeit einen Kreis schaffen, der ihn dabei unterstützte und die nötigen Mittel organisierte. Dabei musste er nach und nach verschiedene Gremien schaffen und das Ganze strukturieren. Zusammen mit den Chorherren und vielen freiwilligen Helfern lancierte er einen Aufruf, der landesweites Echo erhielt und es ist ihm gelungen die Kustorei und die Propstei und neun weitere Liegenschaften wieder instand zu stellen.Nicht nur die Bauten, auch das Leben am Stift waren ihm ein Anliegen. Er war Mitglied der Ritter vom Heiligen Grab in Jerusalem. Als Propst hatte er die Stellung eines Komturs.Den letzten Impuls gab er dem Stift im letzten Lebensjahr. Er nahm das Jubiläum der Stiftskirche zum Anlass, der Frage erneut nachzugehen: Wie kann das Stift personell und materiell überleben. Er hat es in die Wege geleitet. Es war auch das Jahr der Jubiläen: Am 24. Januar konnte seinen 88. Geburtstag, am 19. März den 20. Jahrestag seiner Amtseinsetzung und am 29. Juni, am Tage von St. Peter und Paul, sein 60. Priesterjubiläum feiern. In seiner Dankeskarte nahm er das Wort des hl. Paulus auf: «Ich habe den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet. Der Herr wird mir den nie verwelkenden Kranz übergeben.»Er bekannte im selben Schreiben, dass die Gottesmutter Maria ihm immer hilfreich zur Seite stand. Er fügte bei, dass er bereit wäre für den Herrn noch zu arbeiten, solange er es ihm gewähre. Dann werde er aufbrechen, dorthin, wo er sich immer gesehnt habe. Die Dankeskarte ist im Rückblick ein geistiges Vermächtnis.Es war ihm vergönnt, mit den Schönstattpriestern eine Ferienwoche im Kloster Maria Rickenbach NW zu verbringen. Es gab sich einmal auf einer Wanderung entlang des Urnersees, da besprach er mit mir sehr aufmerksam die Zukunft des Stiftes. Er ahnte wohl unbewusst, dass ihm nicht mehr viel Zeit verbleiben würde. In der folgenden verlängerten Ferienwoche, am Abend des 15. August erlitt Josef Schärli, während er die Vesper betete, einen schweren Hirnschlag. Der Wallfahrtspriester spendete ihm die Krankensalbung. Dann wurde er ins Spital Stans überführt. Am späteren Abend erreichte mich ein Arzt per Handy. Zurzeit weilte ich in Sachseln und ging sofort nach Stans. Da konnte ich bei Nachtwache halten, bis er morgens kurz vor 6 Uhr seine Seele dem Schöpfer zurückgab.Propst Schärli war ein marianischer Priester. Am Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel wurde sein Übergang vorbereitet. Am drauffolgenden Morgen, am Mariensamstag verstarb er und am Fest Maria Königin wurde er beigesetzt.Lieber Mitbruder Josef, ich danke Dir im Namen des Chorherrenkollegiums und vieler Menschen, die Dir zugetan sind. Der Herr schenke Dir nun die ewige Freude im Kreise der Heiligen und aller, die Dir vorausgegangen sind.

Josef Wolf, Stiftspropst

Letzte Änderung
13.05.2011