Stiftsarchiv

Das Stiftsarchiv Beromünster gehört neben der Stiftskirche, dem Kirchenschatz, den Bauten im Stiftsbezirk und der Bibliothek zu den wichtigen grossen Kulturgütern des Stiftes. Als eines der bedeutendsten geistlichen Archive der Schweiz umfasst es Archivgut bis ins 11. Jahrhundert zurück. Neben der grossen Schenkungsurkunde von Ulrich dem Reichen von Lenzburg aus dem Jahr 1036 und den kaiserlichen Schirmbriefen von 1045 und 1173 fällt vor allem der reiche Urkundenbestand aus dem 13. und 14. Jahrhundert auf.
Aus der Zeit von Propst Jakob von Rinach (1313-1362) stammen die beiden ältesten Jahrzeitbücher und umfassende Einkünfteverzeichnisse (Rödel). Da der Güterbestand des Stiftes weit über das Michelsamt hinausreichte, sind für zahlreiche Ortschaften die ältesten schriftlichen Dokumente im Stiftsarchiv zu finden.
Herausragend sind die langen Quellenreihen, die der ununterbrochenen Existenz des Stifts zu verdanken sind. So erlauben etwa die Aufzeichnungen zum Kirchenzehnten die Agrarproduktion vom 15. bis zum 19. Jahrhundert zu verfolgen. Noch beinahe unerforscht sind die auch ästhetisch wertvollen Pläne zum ausgedehnten Waldbesitz des Stifts.
Dieses Stift war während fast tausend Jahren der bedeutendste Grund- und Gerichtsherr seiner Region. So bewahrt das Stiftsarchiv auch die Erinnerung an das tägliche Leben vieler Generationen einfacher Leute in den Dörfern und im Flecken Beromünster.

Letzte Änderung
06.10.2008